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Weinkommunikation: Wir müssen anders reden!


Wer neue Weinkunden ansprechen möchte, braucht klare Geschmacksprofile auf den Etiketten oder Weinkarten. Kein Fachvokabular, keine dunklen Beerentöne oder weiße Pfirischnoten. Die Leute möchten einfach wissen, wie der Wein schmeckt, mit nachvollziehbaren Adjektiven.

Juni 2026

Pam Strayer, “We Have a Communication Problem,’ But It’s Solvable” (Organic Wines Uncorked, 28. Mai 2026) – Originalartikel: organicwineuncorked.substack.com/p/we-have-a-communication-problem-but.

Foto © Jürgen Schmücking

Mineralität, Terroir, Extrakt oder Struktur – solche Begriffe gehören zum Alltag der Weinwelt, für weniger interessierte Genießerinnen & Genießer sind sie unverständlich und abstrakt. Logisch, Ähnliches gilt für alle Fachsprachen. Mit dem Unterschied, dass man beim Wein ganz normale Konsument:innen und Nichtprofis ansprechen möchte. Hierzu die Ergebnisse einer entsprechenden Untersuchung für das US-amerikanische Wine Market Research Council.

Die im Mai vorgestellte Studie konzentrierte sich ausschließlich auf 387 „weinzögerliche“ Verkoster:innen (63 % weiblich, 37 % männlich, Durchschnittsalter 44 Jahre), die 32 Weißweine und 45 Rotweine bewerteten. Das Forschungsteam untersuchte ihre Dilemmata bei der Wahl zwischen Wein und anderen alkoholischen Getränken.

Es stellte fest:
• 80 % der Persoen konnten nicht sagen, ob ein Wein trocken oder süß war (im Vergleich zu 7 % bei Bier oder 10 % bei Cocktails)
• 57 % gaben an, dass die Etiketten keine klaren Angaben zum Geschmack enthalten (gegenüber 21 % bei Bier und 19 % bei Cocktails)
• 56 % sagten, es sei schwierig zu entscheiden, was ihnen schmecken würde (gegenüber 21 % bei Bier und 19 % bei Cocktails)
• 64 % gaben zusätzlich an, Wein sei zu teuer, um damit zu experimentieren. Also folgte eher der Griff zu anderen Getränken.

Wie wir wissen, bietet Wein eine enorm vielfältige Palette und müsste eigentlich für jeden Geschmack etwas bereit halten: Vom süßen Moscato über knackig-frischen Weißwein bis hin zum intensiven Barolo ist alles möglich. Und das Schöne daran: Ein nachvollziehbares Vokabular hilft laut Studie den nichtweinaffinen Konsument:innen tatsächlich, doch einmal zum Wein zu greifen.

Konsument:innen wollen klare Angaben. Getestet wurden Etiketten- und Menübeschreibungen mit einfachen deutlichen Geschmackshinweisen. Begriffe wie „frisch und knackig“, „weich und fruchtbetont“ oder „kräftig und würzig“ wurden klar positiver aufgenommen als die traditionelle Fachsprache. Marginale Weingenießer:innen haben so meist Weine gefunden, die ihnen schmecken. Sie sind auch durchaus bereit, weiter zu probieren, wenn sie klare Geschmacksinformationen erhalten.

Die Weinbranche investiert viel in Herkunftskommunikation, Nachhaltigkeit und Storytelling. All das bleibt wichtig. Doch für viele neue Weinkonsument:innen ist entscheidend zu erfahren, was im Glas schmeckbar ist. 

„Sprich Klartext“ könnte das neue Motto sein. Statt über Terroir zu reden, konkret zu beschreiben: Dieser Wein ist frisch und knackig, jener mollig und fruchtbetont. Verständliche Sprache beseitigt Unsicherheit und erleichtert die Kaufentscheidung. Vielleicht liegt darin eine der einfachsten Wachstumschancen für den Weinmarkt.

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